Liebe Wachtbergerinnen, liebe Wachtberger,

 

wir erleben gerade eine im wahrsten Sinne des Wortes verrückte Zeit. Viele Dinge des täglichen Lebens sind nicht so, wie sie immer waren, wie wir sie oft gar nicht anders kennen und unser Blick auf das tägliche Leben hat sich verändert, er ist verrückt worden.

 

Zu den wesentlichen Dingen die sich verändert haben gehört zweifellos die Reduzierung unserer sozialen Kontakte. Wir begeben uns völlig zu Recht in einen mehr oder weniger ausgeprägten Rückzug, vermeiden Treffen mit Freunden und oft auch in der Familie um uns selbst und unsere Lieben zu schützen. 

 

Viele von uns kommen mit dieser Situation gut zurecht, auch weil sie zum Glück gesund, mobil und in der Lage sind, sich oder die eigene Familie ausreichend mit allem was notwendig ist, zu versorgen.

 

Dieses Glück haben aber nicht alle. Viele Menschen auch in unserer Gemeinde sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Uns bewegt die große Welle der Hilfsbereitschaft, die sich auch jetzt wieder tagtäglich zeigt. Trotz aller notwendigen Distanz fangen wir an, zugleich enger zusammen zu rücken. Viele Freiwillige sind bereit zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Dieses ehrenamtliche Engagement unterstützen wir ausdrücklich. Das Ehrenamt hat in Wachtberg Tradition. Es wird in den vielen Vereinen und auch bei der Freiwilligen Feuerwehr seit Jahrzehnten erfolgreich gelebt. Oder erinnern wir uns an die Hochwasserkatastrophe 2016. Wie viele Freiwillige haben nicht lange gefragt sondern tatkräftig angepackt, wo es nötig war.

 

Wir verstehen nicht und bedauern es sehr, dass dies in der schwierigen Lage, in der wir uns gerade befinden, nicht durchweg zu gelingen scheint. Es gibt nach unserer Kenntnis mittlerweile fast 100 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die sich bei der Ehrenamtsbörse Wachtberg gemeldet und Hilfestellung auch in der jetzigen Zeit angeboten haben. Eine Sache, die gerade jetzt unterstützt werden sollte, wobei natürlich sichergestellt sein muss, dass eine Hilfe weder zu einer Gefährdung der eigenen Person oder anderer Personen führen darf. 

 

Der Organisator der Ehrenamtsbörse wünscht sich als einzige Unterstützung durch die Gemeinde eine Verlinkung auf der Homepage der Gemeinde. Anstatt diese Unterstützung zu gewähren, weigert sich die Bürgermeisterin die Verlinkung vorzunehmen, und das entgegen eines ausdrücklichen Beschlusses des zuständigen Ausschusses der Gemeinde vom 20.11. 2019. Auch wenn wir selbst dem seit langem verfolgten Anliegen zunächst skeptisch gegenüberstanden, sind wir der Auffassung, dass es einerseits gute demokratische Tradition sein sollte, eine von der Mehrheit getroffene Entscheidung zu respektieren, es andererseits Aufgabe der Verwaltung und der Bürgermeisterin ist, gefasste Beschlüsse umzusetzen und sie nicht zu missachten, zudem wie es scheint aus nicht immer in Sache liegenden Gründen. 

 

Wir würden es daher ausdrücklich begrüßen, wenn in dieser Sache Ruhe einkehren könnte man sich besinnt, zur Arbeit an der Sache zurückkehrt und sichergestellt werden könnte, dass Hilfe mit der notwendigen Sicherheit geleistet werden kann.